16/11/2025 0 Kommentare
Alexander Classen - neuer Lektor im Nachbarschaftsraum
Alexander Classen - neuer Lektor im Nachbarschaftsraum
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Alexander Classen - neuer Lektor im Nachbarschaftsraum
Renate Zingler ist mein Name. Ich bin Pfarrerin im Ehrenamt im Nachbarschaftsraum und bin gerne der Einladung von Alexander Classen zu seiner Beauftragung als Lektor gefolgt.
Renate: Alexander, meinen Glückwunsch zur Beauftragung! Der Gottesdienst am 7. September war Abschluss und Anfang zugleich. Was ist vorangegangen?
Alexander: Danke! Die Vorbereitung auf diese Aufgabe war sehr konzentriert: Vom Vortreffen im Advent 2024 bis zur Beauftragung im September 2025 waren es gerade einmal neun Monate. In diese Zeit fielen zwei Blockwochenenden und ein Samstagstermin im Monat, die von vier Pfarrern aus Frankfurt und Offenbach geleitet wurden. Dazu kam noch für alle ein Praktikum in einer Gemeinde. Für mich war das die Gemeinde in Fechenheim, wo ich unter Anleitung meines Mentors, Pfarrer Arne Zick, erst einzelne Teile in Gottesdiensten übernommen habe und letztendlich auch eigene Gottesdienste gehalten habe.
Renate: Du bist Lehrer am Gymnasium. Wie erklärst Du, was Du als Lektor tust, wenn Dich eine Kollegin fragt?
Alexander: Zuerst einmal erkläre ich, dass der Lektor, so wie wir das Amt verstehen, nicht die Person ist, die die Lesung im Gottesdienst vorträgt – wobei das auch in meine Aufgaben fallen kann. Prinzipiell leite ich selbständig Gottesdienste und wähle dafür die Lieder aus, formuliere die Gebete selbst und spreche der Gemeinde am Ende natürlich auch den Segen zu. Die Predigten, die ich halte, beruhen momentan noch auf Lesepredigten, die durch die Landeskirche bereitgestellt werden. Die Predigten selbst schreiben darf ich – so wie taufen und das Abendmahl einsetzen auch – erst nach der nächsten Ausbildungsstufe, als Prädikant.
Renate: Und jetzt, wie geht es weiter? Wo hältst Du Deine nächsten Gottesdienste?
Alexander: Meinen ersten Gottesdienst außerhalb meines Praktikums halte ich am 19.10. in der Gethsemanekirche. Darauf freue ich mich sehr, denn durch die Arbeit in verschiedenen Gruppen ist mir die Gethsemanekirche schon fast so etwas wie eine zweite kirchliche Heimat geworden.
Renate: In zwei Jahren werden wir über Deine Beauftragung als Prädikant sprechen. Du willst weitermachen. Was treibt Dich an?
Alexander: Die Ausbildung zum Lektor und zum Prädikanten gibt mir die Freiheit, das Gottesdienstleben in unseren Gemeinden aktiv mitzugestalten. Das finde ich gerade durch zunehmende Sachzwänge in einer kleiner werdenden Kirche immer wichtiger.
Renate: Du verkündigst im Ehrenamt. Was bedeutet Dir der Gottesdienst?
Alexander: In einem stimmigen Gottesdienst kommen viele Dinge zusammen, die man sonst nur getrennt erleben kann: Das gemeinsame Singen, Denkanregungen durch die Predigt, Zuspruch, Raum für eigene Gedanken und einen sortierten Blick auf die Tage davor und danach. Und natürlich ist es schön, im und nach dem Gottesdienst bekannte Gesichter zu sehen und ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich, wenn ich zu solch einem Erleben etwas beitragen kann.
Renate: Deine Lieblingsgottesdienstform ist …?
Alexander: Das ist meistens der klassische Gottesdienst – wobei wir in der Paulsgemeinde jeden Sonntag das Abendmahl feiern, das gehört für mich also immer dazu. Ansonsten leite ich sehr gerne 6–7-mal im Jahr die Taizé-Andacht in der Alten Nikolaikirche. Wenn ich in England oder Irland bin, gehe ich sehr gerne ins musikalische Abendlob, den Choral Evensong.
Renate: Welche Frage sollte ich Dir noch stellen? Wie beantwortest Du sie?
Alexander: „Welches Lied wird die Gemeinde bei Dir singen müssen, bis es ihr zu den Ohren rauskommt?“
In der Weihnachtszeit ganz klar: „O Bethlehem, du kleine Stadt“. Ansonsten habe ich eine unverhohlene Vorliebe für ältere Lieder – achte aber natürlich trotzdem darauf, dass die Liedauswahl nicht einseitig wird.
Renate: Vielen Dank für Deine Zeit! Und auf viele gemeinsame Gottesdienste!
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