"Manchmal muss etwas aufhören, damit was Neues beginnen kann"

"Manchmal muss etwas aufhören, damit was Neues beginnen kann"

"Manchmal muss etwas aufhören, damit was Neues beginnen kann"

# Besondere Gottesdienste

"Manchmal muss etwas aufhören, damit was Neues beginnen kann"

Die Oberin des Frankfurter Diakonissenhauses Schwester Heidi Steinmetz geht in den Ruhestand.

Lange gehörten die Diakonissen mit ihrer typischen Tracht zum Stadtbild des Frankfurter Nordends. Doch in den letzten Jahren sah man sie immer seltener, denn von 70 Diakonissen zu Beginn der Nullerjahre sind es heute nur noch 6 Schwestern, die im Mutterhaus an der Cronstettenstraße ihren Lebensabend verbringen. Und am Sonntag, den 31. März wird auch die langjährige Oberin und Vorstandsvorsitzende, Schwester Heidi Steinmetz in einem festlichen Gottesdienst von ihrem Amt entpflichtet.

Aus diesem Anlass sprachen wir mit ihr über die Veränderungen, die das Mutterhaus in den 24 Jahren, in denen sie der Gemeinschaft vorstand, durchlaufen hat und über die Zukunft christlicher diakonischer Arbeit.   

Schwester Heidi ist stolz darauf, dass ihre Vorgängerinnen und sie schon früh erkannt haben, dass die Zahl der Schwestern rückläufig ist und sich mit entsprechenden strukturellen und baulichen Veränderungen darauf vorbereitet haben. Die Altenarbeit sollte Kerngeschäft bleiben. So wurden auf dem Gelände ein neues Wohnheim für die Schwestern und ein neues Pflegeheim gebaut, die modernen Ansprüchen genügen. Die Kinderarbeit und das Krankenhaus mit der Ausbildungsstätte wurden in andere evangelische Trägerschaften überführt. An Holzhausenstraße und Eschersheimer Landstraße entstanden als Blockrandbebauung moderne Wohnhäuser. Im Inneren öffnet sich heute ein frei zugänglicher, wunderschön gestalteter kleiner Park, in dessen Zentrum die Diakonissenkirche steht, einer der wenigen evangelischen Kirchen in Frankfurt, die täglich geöffnet ist und zum Gebet einlädt (Zugang ist über Holzhausenstr. 68). Doch auch das geistliche Angebot der Diakonissen blieb von Veränderungen nicht verschont. Mit dem Wegfall der Pfarr- und der Kantorinnenstelle mussten die regelmäßigen, traditionell lutherischen Gottesdienste eingestellt werden. Heute wird die Kirche sonntäglich von der City Church, einer freikirchlichen Gemeinschaft, genutzt, deren Gottesdienste von vielen jungen Menschen und Familien besucht werden und das Gelände sonntäglich mit Leben füllen. Die Diakonissen bieten im Mutterhaus an der Cronstettenstraße aber weiterhin Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten an (mietbar über die Webseite diakonisse.de, Menupunkt: Gäste und Tagungen) sowie Langzeitvermierung von Appartements im Wohnheim auf dem Gelände. Auch die Bibelarbeit und das Waffelcafe laufen als monatliches Angebot weiter.

Neu auf dem Gelände entsteht z.Zt. der „Diakonissenweg“, der ebenfalls am 31. Mai eingeweiht wird und mit Stelen, die sehr schön in das parkähnliche Gelände eingefügt sind, über die 156-jährige Geschichte der Diakonissen informiert. Kommen Sie, liebe Leser, unbedingt mal vorbei, um Park, Geschichtsweg und die Kirche kennenzulernen, falls Sie sie nicht schon kennen.

Doch auch wenn die Diakonissentracht aus dem Stadtbild verschwinden wird, wird es die Diakonissen in neuer Form weiterhin geben, wenn auch nicht in Frankfurt. Andere Häuser bieten schon seit einiger Zeit interessierten Frauen eine theologisch-diakonische Weiterbildung an, die sie für diakonische Arbeit qualifiziert. Diese Frauen leben aber nicht mehr in den Mutterhäusern, sondern allein oder in ihren Familien in ihrem gewohnten Umfeld. Der diakonische Gedanke – davon ist Schwester Heidi überzeugt – wird weitergetragen und wird weiterleben.

Wir wünschen Schwester Heidi und dem Frankfurter Diakonissenhaus für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

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