19/12/2025 0 Kommentare
Die Jahreslosung 2026
Die Jahreslosung 2026
# Stadtkirchenarbeit

Die Jahreslosung 2026
In der neuen Gemeindezeitung der St. Paulsgemeinde denkt Pfarrerin Andrea Braunberger Myers über neue Jahreslosung 2026 nach:
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21, 5
Zum neuen Jahr wird jedes Jahr ein Plakat für die Kerzenecke der Alten Nikolaikirche in besonderer Weise grafisch gestaltet. Auf ihm ist die jeweilige Jahreslosung in etlichen Fremdsprachen – etwa Französisch und Italienisch, Chinesisch, Spanisch und Englisch – zu lesen. Die Indonesische Kristusgemeinde,die die Alte Nikolaikirche ebenfalls als Gottesdienstort nutzt, steuert die Jahreslosung in ihrer Sprache bei.
Besuchende und Touristen aus aller Welt freuen sich, an dieser Stelle ihre je eigene Sprache zu entdecken.
Für das Jahr 2026 geht die St. Paulsgemeinde einen Schritt weiter und hat die Jahreslosung auch ins „Frankfurterische“ übersetzen lassen als ein Zeichen der Gastfreundschaft genauso gegenüber den Einheimischen.
Hessisch: De Herrgott secht: Ei gugg emol, isch mach des all uffs Neu!
Denn die Kirche steht Tag für Tag offen nicht nur für Auswärtige, sondern auch für Frankfurterinnen und Frankfurter, Gemeindeglieder und Nachbarn, Neugierige und Ruhesuchende.
Manchmal gelingt es nämlich, dass man die frohe Botschaft von Gottes bedingungsloser Liebe eben durch den heimischen Dialekt aufs Neue hört. Gilt dies wohl auch für die Jahreslosung 2026?
Mit „gugg emol“ beginnt der Vers. Nicht „google mal“, sondern vielmehr das Gegenteil: anhalten und innehalten, stille sein und hinschauen. Uffgebasst! könnte man umgangssprachlich auch sagen. Denn das, was folgt, ist wichtig.
Siehe! In der Bibel, wo das kleine Wört chen über tausend Mal vorkommt, wer den besonders wichtige Nachrichten oft damit eingeleitet. Nachrichten, denen ein „Siehe“ voransteht, sollen nicht nur un sere Ohren erreichen, sondern auch zu Herzen genommen werden. An der Schwelle zu einem neuen Jahr sorgt die biblische Jahreslosung für eine Unterbrechung, im Jahr 2026 mit über schwänglicher Kraft. Was bedeutet es, wenn Gott die Macht hat, alles neu zu machen? Es geht also nicht darum, an ein paar Stellen zu drehen oder einige wenige Dinge aufzubessern, sondern um „des all“: Bestehendes und Beziehungen, Perspektiven und Prioritäten. Und viel mehr. Eben alles.
„Siehe, ich mache alles neu.“ Jene Verheißung eines neuen Anfangs befindet sich sogar als eine Grabinschrift auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Und wenn Gott aus dem Tod neues Leben auferstehen lassen kann und will, danngibt es nichts diesseits des Grabes, das er nicht auch neu erschaffen kann! Die Jahreslosung erinnert an die Hoffnung auf eine umfassende Erneuerung der Welt, in der Gottes Gerechtigkeit und Frieden herrschen.
Gott macht „des all uffs Neu“, indem er die Sei nen mit neuer Lebenskraft und Vitalität erfüllt. Wo Gott wohnt, wird alles neu. „De Herrgott“ ermutigt uns, nicht in Resignation zu verfallen oder in Pessimismus zu verharren, sondern nach Möglichkeiten zu suchen, wo Erneuerung in diesem Sinne geschehen kann. Hier geht es also nicht um eine oberflächliche Veränderung, sondern um eine tiefgreifende Verwandlung der Welt wie des eigenen Lebens.
Zu Beginn eines neuen Jahres schenkt Gott uns einen brandneuen Start. Durch den Glauben kann man immer wieder neu beginnen. „Ist jemand in Christus“, schreibt der Apostel Paulus aus eigener Erfahrung in seinem zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth (2. Kor. 5, 17), „so ist er oder sie eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“
So lässt sich ein neues Jahr voller Zuversicht beginnen.
Andrea Braunberger-Myers, Pfarrerin
Kommentare